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Unsere Geschichte von 1945-1990
Die Feuerwehr in Blankenfelde

1945 – 1946  Wehrleiter Adolf Liedke   011

Unter seiner Leitung wurde im Sommer 1945 der Neubeginn unserer Wehr organisiert.
Schwer war dieser Anfang. Technik und Ausrüstung standen nicht mehr zur Verfügung. Die erste Unterkunft für die Feuerwehrleute war in dieser Zeit eine Wohnung in der Schildower Str. 4.

Ende 1946

Zu Einsätzen der Blankenfelder Feuerwehr musste ein Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr aus Rosenthal kommen,  ein Opel-Blitz.

 

1946 – 1972  Wehrleiter  Ewald Schulz 021

Mitglied unserer Wehr war Ewald Schulz seit 1. April 1929. Er hat in den schwierigen Jahren nach dem Krieg unsere Wehr mit Umsicht und Weitblick geführt. Als ortsansässiger Landwirt konnte er sich immer um die Belange der Feuerwehr kümmern.

1947  
Übergabe eines offenen Mannschaftswagens KzS8
(Kraftzugspritze 8, genannt „Katze“)

Für Schulungen und Versammlungen wurde ein Raum im Haus Hauptstr. 13 zur Verfügung gestellt.
Die Ausbildung der Kameraden erfolgte direkt an den Geräten in Blankenfelde. Einmal vierteljährlich wurde in Pankow zusammen mit der Berufsfeuerwehr geübt.

1951 – 1952    031
Neubau einer Feuerwache auf dem Grundstück Hauptstr. 14  mit 2 Fahrzeughallen und Schulungsräumen in der oberen Etage. Das alte Spritzenhaus nebenan wurde abgerissen. Die oberen Räume standen unserer Wehr von 1956 – 1969 nicht zur Verfügung (Nutzung durch VP, sowjetische Streitkräfte und Grenztruppen). Für Versammlungen und die theoretische Ausbildung konnten die Kameraden in diesen Jahren nur einen kleinen Raum von ca. 10m² nutzen. Die Stärke der Wehr lag in dieser Zeit immer um die 20 Kameraden.

1952    041
Unsere Wehr erhielt ein gebrauchtes LF 15 auf Klöckner  mit folgender besonderen Ausrüstung: Schiebeleiter, 4 Steckleitern, 2 SSG, B-Haspel und 200 l Wasser an Bord.

 

23. April 1953 00Ark(Foto Heinz Weber)
Einsatz „Brunnenunglück in Arkenberge“
Beim Versuch der Erneuerung des Wasserversorgung des eigenen Brunnens waren 2 Personen verschüttet worden. Mit Hilfe eines Dreibocks wurden abwechselnd mehrere Feuerwehrmänner, auch unser Kamerad Ernst Neuendorf, kopfüber zu den Verschütteten am Seil hinunter gelassen, um sie frei zu schaufeln und sie mit Luft und Nahrung zu versorgen. Nach 27 Stunden ununterbrochener Tätigkeit der Feuerwehren und der Mitarbeiter des Tiefbau Berlin konnten die Verschütteten befreit werden.

 

1953 – 1964 
Die Alarmierung d.h. das Auslösen der Sirene erfolgte in der Wohnung des Wehrleiters Ewald Schulz.

1960-er Jahre
Bei jährlichen Leistungsvergleichen wurden die besten Freiwilligen Feuerwehren des Wirkungsbereichs und der Hauptstadt ermittelt.  Unsere Wehr erreichte dabei mehrfach gute Noten, auch bei den Fahrzeughauptappellen, einer technischen Überprüfung der Fahrzeuge und Geräte. Ebenfalls gute Plätze erreichten wir im Feuerwehrsport.

17. Januar 1967
In Blankenfelde wurde die erste Arbeitsgemeinschaft (AG) „Junge Brandschutzhelfer“ an der 17. Oberschule unter der Leitung von Horst Schiller gebildet. Diese AG bestand damals aus 13 Schülern einer 4. Klasse. Im Jahre 1969 hat der Kamerad Herbert Olbrich eine neue Gruppe übernommen und sie bis zur 10. Klasse geführt. Dreimal  waren sie die Besten bei Wettkämpfen im Stadtbezirk. Einen 3. Platz erreichten sie im Leistungsvergleich aller Arbeitsgemeinschaften der Hauptstadt. Bis 1989 bestand die AG mit mehreren Gruppen unter Leitung von Herbert Olbrich und Arno Müller.

27. April 1968
Die FF Blankenfelde feiert ihr 65-jähriges Bestehen.

6. Januar 1969   061
Im Rahmen der Rundfunksendung  „7 bis 10  -  Spreeathen“ wird unserer Wehr ein fabrikneues Löschfahrzeug  LF8 – Lkw – TS8 mit STA vom Typ LO übergeben. Nach der Einfahrzeit wird das Fahrzeug am 12. März 1969 voll in Dienst gestellt. Unser alter Klöckner wurde anschließend verschrottet.

1970-er Jahre
Nachdem im Jahre 1967 von der Hauptabteilung Feuerwehr  im MdI nach zentralen Vorgaben die Leistungsstufen I – III eingeführt worden sind, war das Vorhandensein einer Frauengruppe in der FF eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreich im Wettbewerb zu sein.

So wurde im Mai 1970 die Frauengruppe der FF Blankenfelde gebildet, deren Mitglieder hauptsächlich im vorbeugenden Brandschutz tätig waren. Durch eine spezielle Ausbildung erhielten sie die fachliche Befähigung. 

071 

Eine weitere Prämisse zur Erringung der Leistungsstufen war die Einsatzbereitschaft der Wehr von  24 Stunden am Tag. Diese konnten wir erfüllen, weil 8 Kameraden im Ort ihre Arbeitsstelle hatten, nämlich bei Fa. Pasewald und auf dem VEG Schweinemast. Im Einsatzfall war eine Freistellung von der Arbeit möglich.

081 

Ab 1970 fanden die Frühjahrs- und Herbstinspektionen statt, dabei wurde der Leistungsstand der Freiwilligen Feuerwehren überprüft. An verschiedenen Stationen wurden ausgewählte Übungselemente der Feuerwehr absolviert.
Unsere Wehr hat teilgenommen und stets gute und sehr gute Ergebnisse erreicht.

Die Leistungsstufen erreichte unsere Wehr wie folgt:
Leistungsstufe III  am 25. Juni 1970
Leistungsstufe II   am 8. Juli 1971
Leistungsstufe I    am 28. April 1972

 

1972 – 1987  Wehrleiter  Gerhard Pietscher  091
 Von 1964 – 1966 absolvierte Gerhard Pietscher das „Organisierte Selbststudium für Offiziere und Unterführer der Freiwilligen Feuerwehren“. Neben seinen Aufgaben als Wehrleiter hat er sich sehr im Vorbeugenden Brandschutz engagiert. Als Wasserbau-Ingenieur hat er ständig versucht, neue Löschwasserentnahmestellen in unserem Ausrückebereich zugänglich zu machen.  Besondere Leistungen hat er bei der Aufstellung und Führung der Einheiten für den Katastrophenschutz  des Stadtbezirkes Pankow vollbracht.

September 1973
Unsere Wehr wurde vom Leiter der Hauptabteilung, Feuerwehr, Oberst der F Gläßel, für vorbildliche Leistungen in Vorbereitung und Durchführung der X. Weltfestspiele mit einer Busfahrt ausgezeichnet. Wir besuchten das Feuerwehrmuseum in Dresden und verbrachten Zeit in der Sächsischen Schweiz.

Februar 1974
Erstmalig in der Hauptstadt wurde auf Grund guter Leistungen die AG „Junge Brandschutzhelfer“ Blankenfelde zu einer Jugendgruppe der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr umgebildet.

 

September 1974 101
Im Rahmen der DDR-Meisterschaften für Feuerwehrwettkämpfe in Leipzig wurde unsere Wehr mit der
„Medaille für Verdienste im Brandschutz“
ausgezeichnet.

4. April 1975 11K 12K
Nach über einjähriger Arbeit konnte ein Schulungsraum aus eigener Kraft geschaffen werden. Insgesamt leisteten die Kameradinnen und Kameraden der Wehr ca. 1600 freiwillige Arbeitsstunden (VMI-Stunden). Die offizielle Übergabe und Einweihung erfolgte im Beisein von Vertretern des Rates des Stadtbezirkes Pankow.

Mai 1976
Unserer Wehr wurde ein KLF vom Typ B1000 übergeben.  Auf Grund der geringen Fahrzeugbreite von 1,90 m konnten wir fast alle Kleingartenwege befahren und mit über 200 m Schlauchleitung fast jede Brandstelle erreichen.

1976 – 1977
Hinter dem neu gebauten Schulungsraum wurden 3 Garagen gebaut. Vom Rat des Stadtbezirkes Pankow wurden die finanziellen Mittel bereitgestellt, den Bau führten die Kameraden in Eigenleistung durch. Untergestellt wurde ein MTW (Mannschaftswagen) und ein GW (Gerätewagen).

1977 und folgende Jahre
Mit dem neuen Brandschutzgesetz von 1974  erhielten die Freiwilligen Feuerwehren mehr Aufgaben und eine größere Verantwortung im jeweiligen Territorium. Seit 1976 gab es neue Statuten der örtlichen und betrieblichen Feuerwehren. Die Dienstdurchführung der Freiwilligen Feuerwehren wurde auf der Grundlage der Direktive 33/77 vereinheitlicht. Bei der Erfüllung der Aufgabenstellung  der Direktive auf der Grundlage von festgelegten Bewertungskriterien  konnten die Freiwilligen Feuerwehren als „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ anerkannt werden.
Unsere Wehr erhielt diese Anerkennung erstmals zum 7. Oktober 1979. Im Abstand von 3 Jahren haben wir diese Anerkennung verteidigt. Wir erhielten am 1. Mai 1983, am 1. Mai 1986 und am 1. Mai 1989 erneut eine Anerkennungsurkunde.

1978  131
Auf der Jahreshauptversammlung am 4. Januar 1978 wurde von den Kameraden der Anbau einer Küche an den Schulungsraum beschlossen. Mit der Verpflichtung von ca. 20 VMI-Stunden jedes Kameraden und finanziellen Mitteln des Rates des Stadtbezirkes konnte im Juni 1978 mit dem Bau begonnen werden.  Nach dem Abschluss der Innenarbeiten im Dezember 1978 hatten wir mit 872 freiwilligen Stunden Werte  von 4300.- Mark geschaffen.

April 1978  141
Aus Anlass des 75-jährigen Bestehens unserer Wehr am 21. April 1978 fand am 3. Juni eine Festveranstaltung statt. Tagsüber waren im Rahmen eines Tages der offenen Tür  eine Ausstellung der Entwicklung der Feuerwehrtechnik, eine Ausstellung zum Vorbeugenden Brandschutz und die Chronik  der Wehr zu besichtigen. Kinder konnten bei einer Wissensstrasse ihr Wissen im Brandschutz unter Beweis stellen. Zusammen mit der 17. Oberschule war ein Wissenstoto und ein Zeichenwettbewerb zum Thema „Helft Brände verhüten“ organisiert worden.
Auf der Veranstaltung am Abend  überbrachte uns der Bezirksbürgermeister, Gen. Brandt, herzliche Grüße und Glückwünsche.  Große Freude war bei unseren „alten Hasen“ Hermann Heitzmann, Willi Heitzmann, Walter Görg, Otto Lindemann, Erwin Krenzlin und Ewald Schulz, die für ihre langjährige Zugehörigkeit zu unserer Wehr mit einem Präsent geehrt wurden.

1979
Unsere Wehr erhielt ein fabrikneues Löschfahrzeug  LF8-TS8 mit STA vom Typ LO. Damit konnte das LF8 von 1968 zum TLF umgerüstet werden.  Dieses Fahrzeug enthält nun 2 Wasserbehälter mit je 900 l Wasser für den 1. Angriff.

1982  151
Ebenfalls in Eigenleistung der Kameraden entstand eine große Werkstatt und Lagerraum zur Unterbringung von Geräten, Werkzeugen und Schläuchen.

1983  161
Am 11. Juni 1983 begingen wir das 80-jährige Jubiläum der Gründung unserer Wehr auf dem Gelände der Feuerwache. Der Nachmittag gehörte den Kindern mit Kübelspritzwettbewerb, Wissensstraße, Luftgewehrschießen.

1984
Ein Gerätewagen LF8-GW vom Typ LO wurde unserer Wehr übergeben.  Dieses Fahrzeug (das einzige dieser Art im Stadtbezirk) wurde für Unfälle und Havarien genutzt und hatte u.a. folgende Spezial-Ausrüstung: Einmann-Kettensäge, Sauerstoff-Schneidgerät, Tierhebegerät, Hebelzuggerät, Hebekissen.

1985
Unserer Wehr wurde ein Schlauchwagen  SW vom Typ  W50 übergeben. Dieser Schlauchwagen war mit 2000 m B-Schlauchleitung und einer Verstärkerspritze bestückt und wurde genutzt zur Wasserförderung über lange Wegestrecken.

1987 171 181
Die im Jahre 1976 von den Kameraden gebauten Garagen waren mit den großen Fahrzeugen, vor allem bei schlechten Witterungsbedingungen wie Eis und Schnee, schwer erreichbar. Deshalb wurden die 3 Garagen abgerissen und 4 neue Garagen und ein Kohlenlagerraum errichtet. Die Einfahrt erfolgte nun vom Hof aus. Die Leistungen erbrachten die Kameraden im Rahmen von VMI-Stunden.

1985  201
Am 28. und 29. Mai beging unsere Wehr ihr 85-jähriges Jubiläum.
Bei einem Tag der offenen Tür präsentierte die Wehr sich mit

  1. Ausstellung der eigenen Technik
  2. Wissensstraße und Spiele für Kinder
  3. Ausstellung der eigenen Chronik
  4. Demonstrationen der vorhandnen Geräte und Ausrüstungen

 

1988 – 2006  Wehrleiter Fritz Schödel  191
Mit 17 Jahren ist Fritz Schödel am 4.11.1961 in die Freiwillige Feuerwehr  Blankenfelde eingetreten. Nach Absolvierung der erforderlichen Lehrgänge und des organisierten Selbststudiums in den Jahren 1969 – 1970 wurde er zum 1. März 1970 zum Stellvertreter des Wehrleiters für Einsatz-, Aus- und Weiterbildung berufen.  Ab 1. Januar 1988 wurde er Wehrleiter und nach der Wende auch gewählter Wehrleiter. Ab 1970 wohnte er mit seiner Familie im Gebäude der Feuerwache. Durch sein Wissen und seine Erfahrungen hat er einen wesentlichen Anteil an den viele Verbesserungen am Objekt und an der Technik. Die Anbauten unserer Wache, wie Schulungsraum, Küche, Garagen und Werkstatt sind durch seine Aktivitäten entstanden.

April 1990
Am 27. April 1990 wurde unserer Wehr der Name  unseres langjährigen Mitgliedes und Wehrleiters, verstorben im Dezember 1988,
„Ewald Schulz“
im Rahmen einer festlichen Veranstaltung  im Beisein der Ehefrau Gertrud Schulz verliehen.  Im Vorfeld hatten wir uns intensiv mit dem Leben und der Feuerwehrzugehörigkeit von ihm beschäftigt. Es entstand eine Dokumentation zur Erinnerung. Eine Wand im Schulungsraum  wurde zum Gedenken an ihn gestaltet.    

 

                                                                                                                                Maritta Schödel                      

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